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Fundació Mona - Spaniens Rettungszentrum für Affen

Fundació Mona rettet Affen aus Privathaushalten, der Entertainment-Industrie, sowie Zirkussen und Unterhaltungsshows und hilft ihnen, sich von dem Erlebten zu erholen.

Sie möchten mit ihrem Zentrum aufklären, bieten Programme zum Artenschutz an und auch für die Forschung ist ein wichtiger Teil der Institution. Alles ohne Zugang der breiten Öffentlichkeit. Ganz zum Wohl der Tiere.

Wir haben sie vor Ort besucht, um uns selbst ein Bild davon zu machen. Cristina Valsera zeigte uns die Einrichtung und Co-Leiter Dietmar Crailsheim stand uns für ein Interview zur Verfügung.

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Hallo Dietmar, bitte stell dich kurz vor, was du für MONA machst und erkläre uns, was Fundació Mona (MONA) genau ist.
DC: Dietmar Crailsheim, momentan hauptsächlich als im wissenschaftlichen Departement und mit Wellfare Monitoring beschäftigt, aber war die letzten 10 Jahre als Co Chef Tierpfleger und Co Zentrums Leiter in MONA tätig und habe daher in mehr oder weniger allen Arbeitsbereichen gearbeitet. Ich bin 2007 erst als freiwilliger Mitarbeiter zum Team dazugestoßen und hatte dann aber das Glück zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein um Teil des permanenten Teams zu werden. Ich habe im Vorfeld erst Umweltwissenschaften studiert, danach einen Primatologie Master gemacht und bin zurzeit dabei mein Doktorrat zu schreiben.

Was unterscheidet euch von anderen Tierrettungs-Zentren?
DC: Unser Rettungszentrum soll ein erster Schritt für die Tiere für eine glücklichere Zukunft sein und dazu dienen zu verhindern, dass mehr und mehr Tiere in dieselbe tragische Situation kommen.
Ich glaube alle Rettungszentren haben etwas Spezielles an sich, sei es durch eine besondere Bauweise, die Arbeitsweise oder schlicht und einfach durch die tierischen Bewohner und ihren Lebensgeschichten. MONA an sich ist einerseids etwas besonders wegen den Tieren und ihrer unglaublicher Rehabilitierung, aber auch wegen der Arbeitsweise und dem Team, welches international bunt gemsicht ist (es gibt meist mehr ausländische als nationale Mitarbeiter). Ganz wichtig ist es allerdings zu verstehen, dass MONA nicht nur versucht eines der vielen Probleme, die diese Tiere in Gefangenschaft als auch in ihrem natürlichen Lebensraum betrifft, zu lösen, sondern gleich an mehreren Fronten arbeitet. Die Rettung von misshandelten und illegal gehaltenen Tieren, ihre Integration und guter Haltung hier in MONA liegt uns natürlich sehr am Herzen. Allerdings verstehen wir auch, dass dies nur einer kleinen Anzahl an Primaten hilft. Daher versuchen wir unser Bestes unsere Arbeit und die Geschichten der geretteten Tiere dafür einzusetzen der Welt das Problem zu erklären und die Massen zu bewegen. Ein jeder der uns besucht oder in irgendeiner weise etwas von uns und unseren Tieren gelernt hat, wird potenziell ein Botschafter für unser Mission und kann sein neu erhaltenes Wissen verbreiten. Das große Problem für diese Tier ist nämlich unsere Ignoranz und unser Desinteresse an ihrem Leid (oftmals für unser Vergnügen).
Abgesehen davon glauben wir auch daran, dass es wichtig ist professionelle Bildung anzubieten und unsere Erfahrungen zu teilen, sei es als Tierpfleger oder als Wissenschaftler, sei es um sich direkt um die Tiere möglichst gut kümmern zu können oder Wissen zu verbreiten. Daher teilen wir unser Wissen und unsere Erfahrung gerne mit Studenten, Praktikanten, freiwilligen Mitarbeitern, Pflegern von anderen Institutionen und bieten auch Kurse und sogar einen Primatologie Master an.

Wie viele Tiere leben bei euch und woher kommen diese?
DC: Zur Zeit leben 14 Schimpansen in 2 getrennten Gruppen und 4 Berberaffen in unserem Zentrum. Ihre Geschichten und Herkunftsorte sind sehr unterschiedlich und von einigen wissen wir auch nicht genau inwieweit die Information die wir erhalten haben korrekt ist. Einige sind in der freien Wildbahn geboren und andere wurden gezüchtet und verkauft. Einige wurden als Haustiere gehalten, waren Teil einer privaten Tier Kollektionen, lebten in Zoos, arbeiteten in einem Zirkus oder wurden gehalten um für Medien oder Event Projekte vermietet zu werden. Viele von ihnen sind illegal gehalten worden aber wie haben auch ein paar Tiere mit offiziellen Papieren.

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Welches Schicksal hat dich am meisten bewegt?
DC: Das ist wirklich schwierig zu sagen, aber ich würde fast meinen das Nico wahrscheinlich eines der beeindruckensten Tiere ist, mit einer unglaublichen WIllenskraft und Lust zu leben und sein Leben zu geniessen. Er kam von einem Züchter, hatte aber das Glück sehr jung von MONA gerettet zu werden. Abgesehen von seiner traumatischen Herkunft, der sehr frühen Trennung von seiner Mutter und vielem anderen, dass er erleiden musste, hat er auch noch das Pech eines genetischen Defekts der in körperlich stark beeinträchtigt. Wir mussten mehrfach operieren sowohl am Gehirn als auch an seinen Gliedern und waren recht sicher dass er jung sterben würde, aber hat uns bewiesen dass mit der richtigen Einstellung viel mehr möglich ist als man sich im Vorhinein vorstellen kann.

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Wie bringt ihr speziell Kinder das Thema Artenschutz näher?
DC: Für Kinder bieten wir spezielle Besuche an mit einem Workshop, in denen sie unserem Tierpfleger Team zu had gehen können und etwas Leckeres und Spannendes für die Schimpansen basteln können. Abgesehen davon versuchen wir Schulgruppen einzuladen uns zu besuchen und je nach Alter verwenden wir Spiele, Rollenspiel und Vorträge dazu ihr Interesse zu wecken und sie dazu zu Motivieren Teil der Lösung und nicht des Problems zu werden.

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Was war dein persönlich schönstes Erlebnis, dass du mit den Affen hattest?
DC: Da habe ich eine lange Liste, aber ich glaube einer der schönsten und beeindruckensten Erlebnisse war die simple Unterstützung zweier Schimpansen untereinander. Victor ist ein sehr emotioneller und traumatisierter Schimpanse und er traute sich monatelang nicht Fuß in die großen grünen Augengehege zu setzen, wir haben alles versucht und vor allem haben ihm all die Zeit und Geduld gegeben die ein traumatisiertes Tier braucht, um die ersten Schritte der Besserung zu machen. Schlussendlich war es allerdings Tico, ein anderes normalerweise sehr unsoziales Schimpansenmännchen der plötzliche einfach entschieden hat (und das nach mehreren Monaten) Victor an der Hand zu nehmen und sanft und langsam in die Augengehege zu ziehen. Das war ein riesen Schritt für Victor und einer der ersten Schritte vorwerts für ein besseres Leben. Tico hat in 10 Sekunden geschafft etwas zu erreichen was wir in mehreren Monaten nicht hinbekommen haben.

Woher kommen eure Besucher und welche Erfahrungen hast du mit ihnen gemacht?
DC: Die meisten Besucher kommen aus der Umgebung, Großteils aus Barcelona selbst. In den ersten Jahren seid der Gründung von MONA kamen hauptsächliche Besucher die bereits ein gewisses Verständnis für die Tiere und deren Situation hatten. Mit der Zeit hat sich aber unser Publikum etwas verändert (teils auch weil wir das wollten). Es ist zwar toll sich mit anderen austauschen zu können die eine ähnliche Philosophie haben, allerdings hilft das den Tieren an sich natürlich weniger. Was wir versuchen und mittlerweile auch schaffen ist es generell Leute einzuladen die bis jetzt vielleicht nie über die Schwierigkeiten dieser Tiere nachgedacht haben, Leuten die nichts vom illegalen Tierhandel wusste, oder sogar Leute die schon immer einmal einen Affen als Haustier haben wollten. Das ist unsere Zielgruppe, aber ein jeder ist willkommen.

Welche Unterstützung bekommt ihr vom Staat und welche Steine werden euch in den Weg gelegt?
DC: Staatliche Unterstützung gibt es wenig bis gar nicht, um ehrlich zu sein und wir sind in der Lage unsere Arbeit zu leisten dank vieler kleinen Spenden, dank der Leute die uns Besuchen, die uns aus der ferne unterstützen, die unser Schimpansen adoptieren oder ganz spezielle Projekte finanziell unterstützen wollen.
Die rechtliche Lage und Gesetze sind oftmals eher hinderlich als nützlich. Wir spielen natürlich nach den Spielregeln, aber jemand der illegal handelt nicht. Als private Organisation haben wir nicht mehr Macht oder Rechte als eine einzelne private Person die einem Tier helfen will. Dies ist oftmals sehr frustrierend, wenn man genau weiß, dass es da ein Tier gibt, dem es schlecht geht, man allerdings dank der gestzlichen Limitierungen nichts machen kann um diesem Tier zu helfen.

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Was ist in Zukunft noch geplant und wie viel Geld benötigt ihr, um dieses Vorhaben zu realisieren?
DC: Vieles ist geplant, viel Arbeit liegt noch vor uns, viele Schimpansen, Berberaffen und andere Spezies müssen noch gerettet werden, wir wollen, müssen noch viel mehr Leute mit unserer Nachricht erreichen und viel mehr junge Leute auszubilden. All das hoffen wir zu schaffen nachdem wir unser Zentrum umsiedeln. Dies ist nämlich in der nähren Zukunft nötig um wachsen zu können, was wider nötig ist um mehr Tier aufnehmen und den bereits hier lebenden mehr Lebensqualität anbieten zu können. Wir haben noch viel Planung und Vorbereitungsarbeit vor uns bis wir das neue Rettungszentrum fertig haben werden aber vor allem müssen wir noch die nötige Finanzierung auftreiben und das ist kein leichtes Unterhaben. Umso mehr finanzielle Mittel wir auftreiben können umso mehr Tieren werden wir helfen und umso besser Lebensqualität werden wir anbieten können.

Wie kann man eure Arbeit unterstützen?
DC: Grob gesagt gibt es 3 Sachen zu machen um unsere Arbeit zu unterstützen:
1) Nichts kaufen und nirgends mitmachen, wo Tiere und in unsern Fall besonders Primaten darunter leiden mussten (ein Beispiel wäre keinen Film zu kaufen in dem ein Affe auftreten musste)
2) Uns besuchen um zu lernen oder aus der Ferne unsere Nachrichten lesen und mit Freunden und Bekannten teilen, sprich ein Botschafter der Primaten zu werden.
3) Finanziell Unterstützen: Einerseits helfen die laufenden Kosten des Rettungszentrums zu tragen als auch bald notwendigen Kosten des neuen Zentrums zu decken. Dies kann durch Einzelspenden geschehen oder durch periodische Spenden (Adoptieren eines Schimpansen)

- Ich möchte spenden: http://www.fundacionmona.org/donaciones/en/

- Ich will ein Mitglied werden: http://fundacionmona.org/en/ayudanos/hazte-socio/

- Ich will einen Schimpansen adoptieren: http://www.fundacionmona.org/donaciones/en/adopt-me/

- Wie man sonst noch helfen kann: http://fundacionmona.org/en/ayudanos/

 

Dieses Projekt hat definitiv Spenden verdient – schaut dort mal vorbei und unterstützt die Arbeit.

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 © Photos

J.Brull, @monavisual

S. Seidel - www.instagram.com/salza.slytherin.photos/

Ciocan Ciprian and Giovanni Calia on Unsplash

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